Das Problem kennen viele: Nach einer gewissen Tragezeit ist das Innenfutter an der Ferse erst glatt, dann dünn, dann liegt das darunterliegende Polster frei. Und plötzlich steht die Frage im Raum, ob der Schuh entsorgt oder teuer repariert wird. In diesem Artikel geht es darum, warum das Fersenfutter durchscheuert und wie du es verhinderst, bevor daraus ein Loch wird.
Warum das Fersenfutter durchscheuert
Betroffen ist fast immer dieselbe Stelle: das Innenfutter an der Fersenkappe, dort wo die Ferse bei jedem Schritt anliegt. Verschiedene Ursachen können für den vorzeitigen Abrieb verantwortlich sein.
Reinschlüpfen, ohne aufzuschnüren
Nicht nur unter Jugendlichen ist diese Angewohnheit verbreitet, es gibt auch reichlich erwachsene Schnürmuffel. Beim Versuch, in nicht aufgeschnürte Schuhe hineinzuschlüpfen, lastet der ganze Druck auf dem oberen Rand der Fersenkappe. Genau dort geht das Futter dann auch als Erstes auf. Ein Schuhlöffel kostet zwei Euro und verlängert das Leben deiner Schuhe spürbar.
Fersenschlupf
Hat die Ferse zu viel Spiel im Schuh, rutscht sie beim Gehen auf und ab. Diese Bewegung erzeugt viel Reibung auf kleiner Fläche und kann das Futter innerhalb weniger Wochen abtragen. Nebenbei ist Fersenschlupf die häufigste Ursache für Blasen an der Ferse, mehr dazu im Ratgeber Fersenschlupf vermeiden.
Haglundferse
Bei einer Haglundferse steht am Fersenbein ein deutlich sicht- und tastbarer Knubbel hervor. Der drückt punktuell gegen die Fersenkappe und konzentriert den Abrieb auf wenige Quadratzentimeter. Je ausgeprägter der Knubbel, desto schneller ist das Futter durch.
Ungenügende Passform
Wenn der Schuh zu locker oder zu eng sitzt, verursacht er an der Ferse eine erhöhte Reibung. Dieses ständige Reiben führt dazu, dass sich das Innenfutter schneller abnutzt, bis schließlich ein Loch entsteht.
Mangelnde Qualität des Materials
Nicht alle Schuhe sind aus hochwertigen Materialien gefertigt. Besonders günstigere Modelle verwenden oft dünne oder minderwertige Stoffe im Fersenbereich, die anfälliger für Abnutzung sind.
Ungeeignete Socken
Zu dünne Socken können dazu führen, dass der Fuß im Schuh übermäßig rutscht und die Fersenkappe dadurch stärker beansprucht wird, was wiederum den Abrieb erhöht. Nicht atmungsaktive Socken werden schneller feucht und erhöhen dadurch den Verschleiß des Innenfutters.
Starke Fußbelastung
Menschen, die den ganzen Tag auf den Beinen sind oder viel gehen, üben mehr Druck auf die Schuhe aus. Das führt zu einer schnelleren Abnutzung, insbesondere im Fersenbereich.
Unangemessene Pflege
Schuhe, die wenig gepflegt werden, neigen eher dazu, sich schneller abzunutzen. Das gilt auch für die Innenseite des Schuhs.
So beugst du Löchern im Fersenfutter vor
Obwohl Löcher im Fersenfutter häufig vorkommen, gibt es mehrere Strategien, um sie zu vermeiden:
Die richtige Schuhgröße wählen
Achte darauf, dass der Schuh gut passt und weder zu locker noch zu eng sitzt. Eine gute Passform verringert die Reibung und beugt Abnutzung vor. Wenn du dir unsicher bist, lass deine Füße im Fachgeschäft ausmessen.
Hochwertige Materialien bevorzugen
Investiere, wenn möglich, in Schuhe mit verstärktem Fersenbereich und hochwertigen Materialien. Lederfutter ist deutlich widerstandsfähiger als Textilfutter, treibt den Preis aber nach oben.
Einlegesohlen nutzen
Spezielle Einlegesohlen oder Fersenpolster können den Fersenbereich zusätzlich schützen. Diese sind besonders hilfreich, wenn du viel läufst oder stehen musst.
Auf die richtigen Socken achten
Gut gepolsterte und atmungsaktive Socken können die Reibung an der Ferse verringern und so den Schuh schonen. Funktionssocken sind in der Regel besser geeignet als Baumwollsocken oder dünne Söckchen.
Schuhe regelmäßig wechseln
Vermeide es, täglich das gleiche Paar Schuhe zu tragen. Durch regelmäßiges Wechseln der Schuhe können sich die Materialien erholen, und die Abnutzung wird verlangsamt.
Einkleben eines Fersenloch-Schutzes von BRIT PATCH
Zur Prävention eignen sich die Klebepatches von BRIT PATCH sehr gut. Sie werden vor dem ersten Tragen in die Fersenbox des Schuhs geklebt und verstärken das Futter genau dort, wo es sonst als Erstes durchgeht. Dieselbe Lösung gibt es für die andere Problemstelle: Der Zehenloch-Schutz verstärkt das Mesh über dem großen Zeh.
Selbstklebender Flicken für durchgescheuertes Fersenfutter. Deckt das Loch in der Fersenkappe ab und schützt die Stelle vor neuer Reibung. Ohne Werkzeug angebracht, 2 Stück, in Schwarz oder Weiß.
Fersenloch-Schutz ansehenWenn das Loch schon da ist
Ein durchgescheuertes Fersenfutter bedeutet nicht, dass der Schuh in den Müll muss. Es gibt mehrere Wege: selbstklebende Reparatur-Flicken, ein eingenähter Lederflicken vom Schuster, oder als Notlösung Panzerband. Welche Methode wirklich hält und welche mehr Probleme schafft als sie löst, haben wir im Ratgeber Kann man ein Loch in der Fersenbox flicken? ausführlich durchgetestet, inklusive Video aus einem Laufladen.
Kurz gesagt: Der selbstklebende Flicken ist für die meisten Fälle die schnellste und günstigste Lösung. Der Schuster lohnt sich bei teuren Schuhen. Von Panzerband raten wir ab, weil sich die Falten in die Haut drücken.
Fazit: Die Lebensdauer von Schuhen verlängern
Löcher im Fersenfutter sind ein häufiges Problem, das sich meist vermeiden lässt. Passform, Materialqualität, geeignete Socken und ein vorbeugend eingeklebter Patch verlängern die Lebensdauer deutlich. Und falls doch ein Loch entsteht, gibt es Reparaturmöglichkeiten, die kein neues Paar erfordern. Wer seine Schuhe pflegt, spart auf lange Sicht Geld und schont nebenbei die Umwelt.
Häufige Fragen zu Löchern im Fersenfutter
Was genau ist das Fersenfutter?
Das ist das Innenmaterial an der Fersenkappe, also die Fläche, an der die Ferse im Schuh anliegt. Meist Textil, bei hochwertigeren Schuhen Leder. Es hat die undankbare Aufgabe, gleichzeitig glatt genug zum Hineinschlüpfen und griffig genug für Halt zu sein.
Warum scheuert das Fersenfutter bei mir schneller durch als bei anderen?
Häufigste Gründe sind Fersenschlupf, eine Haglundferse und die Angewohnheit, in nicht aufgeschnürte Schuhe hineinzuschlüpfen. Alle drei erzeugen genau an dieser Stelle deutlich mehr Reibung als normal.
Kann ich vorbeugen, obwohl die Schuhe neu sind?
Genau dann lohnt es sich am meisten. Ein Patch, der vor dem ersten Tragen eingeklebt wird, verstärkt das Futter, bevor überhaupt etwas passiert. Bei Wanderstiefeln oder Arbeitsschuhen, die teuer sind und jahrelang halten sollen, ist das die klügere Reihenfolge.
Helfen Fersenhalter oder Fersenpolster?
Gegen den Fersenschlupf ja, gegen Blasen oft nicht. Viele dieser Einlagen bestehen aus Material mit hohem Reibungswiderstand. Sie stoppen das Rutschen, aber die Scherkräfte landen dann in der Haut statt im Schuh.
Was tun, wenn durch das Loch Blasen entstehen?
Dann reicht ein Reparaturflicken nicht, weil er die Reibung zwar aufnimmt, aber nicht reduziert. In dem Fall ist ein Blasenstopper die bessere Wahl: Er deckt die Stelle ab und hat zusätzlich eine glatte Oberfläche, die die Scherkräfte abbaut.
Lohnt sich der Schuster oder soll ich neue Schuhe kaufen?
Bei hochwertigen oder besonders bequemen Schuhen lohnt sich der Schuster fast immer, er kann das Futter ersetzen statt nur abzudecken. Bei Alltagssneakern steht der Preis meist nicht im Verhältnis, dort ist der selbstklebende Flicken die pragmatische Lösung.





